20 Jahre Tschernobyl

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20 Jahre Tschernobyl Tschernobyl, 26. April 1986 01:23: Nach einem fehlgeschlagenen Experiment explodiert Block 4 des (damals sowjetischen) Kernkraftwerks Tschernobyl.

Tschernobyl, 26. April 1986 01:23: Nach einem fehlgeschlagenen Experiment explodiert Block 4 des (damals sowjetischen) Kernkraftwerks Tschernobyl.

Als Folge dieser Katastrophe werden weite Gebiete in Weißrussland, der Ukraine und Russland unbewohnbar. Die Bewohner der kontaminierten Gebiete, die nicht umgesiedelt werden oder ihre Heimat verlassen, leiden unter den Folgen der Radioaktivität. Es häufen sich Krebserkrankungen, Missbildungen, Todgeburten und viele weitere Krankheiten.

Die Folgen sind aber nicht nur auf die weitere Umgebung von Tschernobyl beschränkt. Durch die Explosion wird radioaktives Material freigesetzt, das sich als radioaktive Wolke über Europa verteilt. Vor allem in Süddeutschland sind Pflanzen und Wildtiere immer noch hoch radioaktiv belastet. Die Häufigkeit von Todgeburten und Erbguterkrankungen (Down-Syndrom) steigt an.

Mittlerweile haben viele Menschen die Konsequenzen der Katastrophe vergessen oder verdrängt.

Die Gefahren der Atomkraftwerke sind aber allgegenwärtig. Im Jahr 2002 sind noch 13 Reaktoren vom Tschernobyl-Typ (RBMK) in Betrieb. Von den 17 deutschen Kernkraftwerken sind 8 älter als Block 4 in Tschernobyl (der älteste deutsche Reaktor, "Biblis A", ist 31 Jahre alt). 114 meldepflichtige Störfälle hat es im Jahr 2004 in deutschen Atomkraftwerken gegeben.

Bielefeld, 25.-26. April 2006: Die Greenpeace Gruppe Bielefeld erinnert an die Folgen des Super-GAUs in Tschernobyl.

In der Nacht vom 25. auf den 26. April erstrahlt auf dem Jahnplatz in Bielefeld ein großes Radioaktivitäts-Zeichen aus Kerzen.

Schon in der Nacht können sich Passanten durch die Greenpeace Ausstellung "verstrahlt - verdrängt - vergessen" die Konsequenzen der Nutzung der Atomkraft vor Augen führen.

Am 26. April finden auf dem Jahnplatz verschiedene Aktionen zum Thema Tschernobyl statt. An den Aktionen sind viele verschiedene Gruppen beteiligt, die auf unterschiedliche Aspekte der Atomkraftnutzung hinweisen (Atommüll, gesundheitliche Folgen von Radioaktivität, etc.).

Am Greenpeace Info-Stand können sich Interessierte über Tschernobyl, alternative Energien und Atomkraft in Deutschland informieren. Es werden Unterschriften gegen die Finanzierung neuer Atomkraftwerke und für einen europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie gesammelt.

Gegen 18:35 Uhr heult eine Sirene und ca. 20 Menschen auf dem Jahnplatz sinken leblos zu Boden. Die Opfer des simulierten Super-GAUs werden von Männern in weißen Stahlenschutzanzügen weggetragen.

Der von den JAGs organisierte "Die-in" verfehlt seine Wirkung bei den Passanten nicht.