Carnival der Kulturen

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Am 07. Juni wurde es bunt, laut und wild in den Bielefelder Straßen im Stadtzentrum. Grund war der Carnival der Kulturen, der mit einem Zug aus über 70 verschiedenen (regionalen sowie internationalen) Kultur-, Tanz-, Kostüm-, Musik- und Theatergruppen, Schulen, Vereine und Initiativen für Menschen aller Art zum 12. Mal in Bielefeld stattfand.

Bereits zum zweiten Mal war unsere JAG mit kräftiger Verstärkung aus der Gruppe und den Greenteams, sowie engagierten Freunden und Verwandten vertreten.

Schon Monate vorher hatten wir mit der Kostümvorbereitung begonnen. Unter dem übergeordneten Motto Call of Nature - Ruf der Natur war unser eigenes Thema recht bald gefunden: Wir wollten zur aktuellen Greenpeace-Kampagne Urwaldschutz ist Klimaschutz arbeiten.

Des weiteren überlegten wir uns, die fatalen Folgen der Urwaldzerstörung für den Klimawandel als Prozess in mehreren Kostümblöcken darzustellen. Nach mehrfachen Planungstreffen sowie Bastelaktionen war unser Entwurf schließlich in die Tat umgesetzt:

Den Anfang machte eine fröhliche, lebendige Baumtruppe, in der sich exotische Waldtiere tummelten - eine Darstellung des Urwaldes als Ökosystem und Heimat, aber auch als Klimaschützer, der extreme Klimaverhältnisse mildert, Sauerstoff produziert und fast die Hälfte des an Land gebundenen CO2 speichert.

Daraufhin folgte eine Handvoll Konsumenten, die rücksichtslos mehr urwaldzerstörendes Papier, Fleisch, Holz und Agrosprit forderten und währenddessen bereits verschwenderisch mit diesen Gütern umgingen. Trotz der extremen Darstellung, sollte sich das Publikum gerade mit dieser Gruppe identifizieren, da wir als Konsumenten (meist unzureichend aufgeklärt) mit vielen unserer Einkäufe indirekt einen Teil zur Urwaldzerstörung und somit zum Klimawandel beitragen. Denn täglich werden zehntausende Hektar Urwald für Acker- und Weidefläche geopfert - zugunsten unserer Nahrungsmittelproduktion, der Rinderzucht oder für Soja als Tierfutter. Jahrhunderte alte Urwälder werden u.a. zu Reklame- und Toilettenpapier weiterverarbeitet bzw. müssen Platz für riesige Palmölplantagen machen, deren Ertrag hierzulande als Biosprit getarnt in unseren Tanks verfeuert wird oder in Schokoriegeln landet. Andere Hölzer, mitunter aus illegalem Einschlag, landen in Fenstern, Gartenstühlen und Terassenböden, womit die komplexen und empfindlichen Ökosysteme rasch vernichtet werden.

Den Konsumenten folgte ein Block Flammen inklusive eines Holzfällers, der für die Vernichtung des Waldes mitsamt seinen Bewohnern sorgte. Diesen wiederum folgten dunkle CO2-Menschen, welche die, durch Urwaldzerstörung freigesetzten, Treibhausgase verkörperten, die bereits ein Fünftel der weltweit freigesetzten Treibhausgase ausmachen. Als Finale zogen sie einen einsamen Eisbären als Klimaopfer auf einer schmelzenden Eisscholle hinter sich her.

Mit viel Schminke, Blättern, Stoff, Farbe, Ideen, Herzblut & Spaß und ausgestattet mit einer kleinen Performance für die Wartezeiten zwischendurch sowie mit informativen Flyern konnten wir so einige Aufmerksamkeit auf uns lenken und das Publikum begeistern. Auch das Wetter spielte mit und so waren wir nach dem etwa dreieinhalbstündigen Marsch müde und verschwitzt, aber sehr zufrieden.