Carnival der Kulturen 2011

Media

Todesmutig tritt eine Tanksäule unter einem roten Vorhang hervor. Binnen weniger Augenblicke wird sie von wütenden Juroren und Fotografen zurückgedrängt, ausgebuht und abgewimmelt. Nur kurze Zeit später tanzen mehrere Solarzellen, die Sonne und Windkrafträder an selbiger Stelle hindurch. Die Juroren spendieren Beifall, strecken grüne Karten in die Luft und auch die Presse ist begeistert. So begeistert, dass Sprechchöre zu vernehmen sind: "Wo wir uns're Zukunft seh'n? - Erneuerbare Energien!"

Rund 50 hochmotivierte Jaggies aus ganz Deutschland sind nach Bielefeld gepilgert, um an der Aktion der Bielefelder JAG beim Carnival der Kulturen im Rahmen eines Jaggios teilzunehmen. Nach anfänglichen Ankunftsschwierigkeiten kamen dann doch noch alle am Freitagabend an und setzten sich sofort ans Basteln. Nein, stimmt gar nicht: Sie sammelten sich auf der gemütlichen Wiese hinter dem Umweltzentrum und ruhten sich erst einmal aus, - verständlich, nach der teilweise langen Anfahrt - bis jedoch eine Ansammlung Bielefelder Autoritäten - in Form von Jakob - die wilde, ausgehungerte und verwahrloste Meute per Megaphon zum Basteln beorderte. Glücklicherweise gab es davor dann doch noch etwas zu Essen, sodass wenigstens das "ausgehungert" (teilweise) ausgeklammert werden konnte.

Bis zum späten Abend wurde dann auch tatsächlich die Schere und der Kleber geschwungen, sodass auch die allerletzten Feinheiten der Kostüme perfekt waren.

Am nächsten Morgen hieß es dann: Aufstehen um null achthundert. Mit viel Sirenengeheul jagte das Weckteam die Seligschlafenden aus ihren Lagern.

Nach Frühstück und Briefing ging es ab zum Carnival: Die Jaggies vollführten, wie oben beschrieben, eine Klimamodenschau mit tendentiell eher guten und tendentiell eher schlechten Katalysatoren für den Klimawandel. Als Zug, Windkraftanlage oder Solarzelle verkleidet, zu Fuß, mit dem Rad oder Inline Skates marschierten sie durch einen Vorhang mit der Aufschrift "Klimamodenschau" um sich vor der Jury zu beweisen. Alles Dinge, die von den Juroren und der "Presse" positiv bewertet und umjubelt wurden. Im Gegensatz dazu gab es dann die, für die Umwelt negativen Dinge, wie atomfässerrollende in Strahlenschutzanzügen verkleidete Jaggies, ein Flugzeug, einen Tanker, eine Tanksäule, Autos und schwarz gekleidete "CO2-Menschen". Diese wurden vehement ausgebuht und ins Jenseits hinter die Bühne getrieben. So zeigten die Jaggies den ca. 100 000 Zuschauern die absoluten "must-haves" und "no-gos" fürs Klima auf.

Nach langer Laufstrecke ging es dann erschöpft zurück ins Umweltzentrum, wo dann mit Abendessen, Herumlungern im Umweltzentrum und sonstigen Aktivitäten das Jaggio gemütlich ausklang, bevor man am nächsten Tag den mehr oder weniger langen Heimweg antrat.

 

Nächstes Jahr gerne wieder!