Die Beluga Il

Media

Die Beluga Il ist unterwegs zum Schutz für Nord- und Ostsee

Endlich Sommerferien und in diesem Jahr freuen sich besonders viele
Menschen darauf, sie am heimischen Meer zu verbringen, denn eine Reise
ins Ausland erscheint so manchen wegen Covid 19 zu unsicher. Doch die
Freude wird getrübt. Aktuell häufen sich die Nachrichten über den
schlechten Zustand von Nord- und  Ostsee.

Die deutliche Erwärmung der beiden Meere bis zu zwei Grad löst Besorgnis
aus, da sie zu bedrohlichen Veränderungen im Ökosystem führt. Fischarten
wie Hering und Kabeljau wandern schon in kühlere Gewässer ab, der
Bestand an Dorschen verringert sich zunehmend und die einzige Walart
Deutschlands, der Schweinswal, ist gefährdet.

In einem neuen Report zeigt Greenpeace die Bedrohung von Nord-und Ostsee
durch Klimaerwärmung, Plastik-  und anderen Müll,  Überfischung, zu
hohen Nährstoffeintrag, Sand- und Kiesabbau und weitere industrielle
Nutzung auf. Vor einiger Zeit ist das Greenpeace Aktionsschiff „ Beluga ll“
gestartet, um auf seiner Tour den Zustand der deutschen Meere zu
dokumentieren.

Schon längst belegen alle bisherigen Erkenntnisse, dass wir endlich
einen konsequenteren Schutz für unsere Meere brauchen, die durch
Profitinteressen verschmutzt und ausgebeutet werden. Die Vielfalt der
Meerestiere und -pflanzen wird dadurch zunehmend bedroht.
Zur Rettung der Meere sind echte Schutzgebiete nötig. Dazu muss die
Bundesregierung entschlossener handeln, denn der deutsche Beitrag zum
Meeresschutz ist unzureichend und  die vereinbarten Ziele auf diesem
Gebiet werden nicht erreicht.

Eigentlich sollte gerade jetzt, im Jahr 2020, der sogenannte „ gute
Umweltzustand“ in unseren heimischen Meeren erreicht werden. So sieht es
die EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie vor. Nord- und Ostsee sind
weiter davon entfernt denn je. Deutschland hat der EU-Kommission fast 50
Prozent seiner Meeeresregionen als Schutzgebiete gemeldet. Umgesetzt
wird der Schutz in der Praxis jedoch kaum. Gründe dafür sind starre
Behördenstrukturen und wirtschaftliche Interessen, die dazu führen, dass
die
Ziele verpasst werden.
Derzeit wirft die EU- Kommission der Bundesregierung die inkonsequente
Praxis hinsichtlich der ausgewiesenen Meeeresschutzgebiete vor. Damit
droht Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren mit Zwangszahlungen
in Millionenhöhe.

Nur intakte Meere können die Stabilität des Weltklimas gewährleisten.
Deshalb sind wir angesichts der Klimakrise und des Artensterbens ganz
besonders auf sie angewiesen. Dazu müssen die zuständigen
Politikbereiche aktiv ihre Verpflichtungen erfüllen. Deshalb fordert
Greenpeace die Bundesregierung auf, endlich Farbe zu bekennen und in den
gemeldeten Meeresschutzgebieten konsequenter zu handeln. So lässt sich
aus dem Greenpeace-Report u.a folgern:

  .  Damit sich die Meere regenerieren können, sind die Schutzgebiete zu
     Zonen der Nullnutzung zu erklären.

.   Für die bislang erlaubte Fischerei in den gemeldeten Schutzzonen
muss
     bei der EU ein Verbot erwirkt werden.

.  Sand- und Kiesextraktion muss verboten werden

.  Alle Schutzgebiete erfordern ein umfassendes wirksames Management,
    das der Ausbeutung der Ressourcen entgegenwirkt.
 

Weiterführende Links

Greenpeace Deutschland Website Artikel zum Thema