Geburtstag einer Legende

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m 13. Oktober vor genau 30 Jahren machten sich einige entschlossene Idealisten (unter ihnen Harald Zindler aus Hamburg, Gerhard Dunkel aus Vlotho, William Parkinson und Dirk Rehrmann aus Bielefeld) auf, um in Nordenham gegen Dünnsäure-Verklappung zu demonstrieren. In einer atemberaubenden Aktion á là David gegen Goliath, wurde das Verklappungs-Schiff Kronos mit einigen, winzigen, aufblasbaren Rettungsinseln blockiert, um zu verhindern, dass noch mehr giftige Chemikalien ins Meer gepumpt werden konnten. Ein voller Erfolg. Durch diese erste Aktion in Deutschland wurde Greenpeace auch hierzulande rasant populär.

Greenpeace Bielefeld hat am 8. und 9. Oktober am Jahnplatz an diese und andere Aktionen erinnert und durch viele Texte und Fotografien auch die damalige Vereinseintragung von Greenpeace Deutschland in Bielefeld illustriert:

„In einer Nacht und Nebel Aktion“ heißt es, sollen vor dreißig Jahren die Aktenschränke aus dem Bielefelder Büro in der Jöllenbecker Straße 1 nach Hamburg gebracht worden sein (NW Artikel von Arno Ley). In den Berichten der Zeitzeugen schwingt immer noch der Jahrzehnte alte Groll über diese Vorgehensweise mit. Für unsere heutige Gruppe steht aber im Vordergrund, dass damals Greenpeace Bielefeld und auch Greenpeace Deutschland überhaupt gegründet wurde und Greenpeace zu einer einflussreichen Instanz geworden ist.

Für uns war es am Freitag und Samstag zwar auch wichtig, an die vergangenen Erfolge zu erinnern, weshalb wir den 2,5 Liter Prototyp SmILE, einen Greenfreeze Kühlschrank und ein Aktionsschlauchboot am Stand hatten und damit auch den 560.000 Förderern unseren Dank ausdrücken konnten. Aber das Banner, das unsere Kletterer am Jahnplatz um 5 vor 12 in Schwindel erregender Höhe entrollt haben, stand ganz im Zeichen der Gegenwart:

Um fünf vor zwölf beginnen plötzlich Unmengen an Wecker zu klingeln (Video). 30 Jugendliche, deuten auf das Thalia-Gebäude, von dessen Dach sich zwei Kletterer mit einem sieben mal sieben Meter großen Banner mit der Aufschrift: „Aufgewacht! Der Castor rollt, wir steh`n bereit!“ sowie dem Hinweis auf die Anti-Atom-Demo am 6.11. in Dannenberg abseilen (mehr Fotos). Zeitgleich mit der Aktion in Bielefeld fanden in über 30 anderen deutschen Städten von der Greenpeace Jugend organisierte Smartmobs (Flashmobs mit politischer Botschaft) statt, um die Bürgerinnen und Bürger auf den bevorstehenden Atommülltransport in das geplante Endlager Gorleben aufmerksam zu machen.

Mit dieser Aktion möchte Greenpeace daran erinnern, dass es Zeit wird aufzuwachen, Initiative zu zeigen und auf die Straße zu gehen. Denn Atomkraft bleibt nach wie vor eine veraltete, unflexible und viel zu gefährliche Energiequelle, die niemals eine Brücke sein wird, sondern eher als Einbahnstraße bezeichnet werden muss. Seit 30 Jahren macht Greenpeace Bielefeld und Greenpeace Deutschland, wie zahlreiche andere Umweltorganisationen, auf die Gefahr der Atomkraft aufmerksam. Die Zeit läuft und unsere Kernkraftwerke werden nicht jünger. Eine Unterschriftenliste gegen die Atomkraft in Bielefeld befindet sich hier.

Am Mittwoch, 13. Oktober, wird die Bielefelder Gruppe zusammen mit dem AStA in der Uni Bielefeld noch einmal einen Infostand mit Schlauchboot und Greenfreeze Kühlschrank aufbauen und über die vergangenen 30 Jahre informieren sowie über die laufenden Kampagnen berichten. Außerdem wird zeitgleich im UniQ (direkt neben der Haupteingangstreppe) der Film „Regenbogenkrieger – die Kampagnen von Greenpeace“ vorgeführt. In dem verschiedene Aktionen aus der Vergangenheit gezeigt werden.

Am Donnerstag, 14. Oktober, wird Greenpeace Bielefeld ebenfalls in Kooperation mit dem AStA in der Uni den Film „Jagdzeit“ vorführen:

An Bord des Greenpeace-Schiffes Esperanza machen sich 37 Idealisten auf eine lange und gefährliche Reise ans südliche Ende der Welt. Sie wollen die japanische Walfangflotte in der Antarktis aufspüren. Japan plant, über 1000 der friedlichen Meeressäuger im Walschutzgebiet im Südpolarmeer zu töten – unter dem Deckmantel der Wissenschaft. Die getöteten Wale landen jedoch in den japanischen Restaurants. Die Mannschaft der Esperanza, unter Ihnen Heath, Irene, Sakyo und Frank, wollen dies verhindern. Vorführung 14.10.2010 18:00 Uhr, Hörsaal (wird ausgeschildert).