Greenpeace sagt JA zur Linie 5!

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In Bielefeld findet aktuell eine Bürgerabstimmung zum Ausbau der Stadtbahn statt. Es wird gefragt ob die Bielefelder BürgerInnen für den Bau der neuen Linie 5 sind. Greenpeace spricht sich klar für diesen Ausbau aus und möchte alle BürgerInnen bitten, mit JA zu stimmen. Die Gründe hierfür möchten wir im folgenden Artikel darlegen.

Bis zum 25. Mai können die BielefelderInnen über den Ausbau der Stadtbahn abstimmen. Die geplante Neubaustrecke führt von Heepen an der Seidenstickerhalle vorbei über den Jahnplatz Richtung Bethel. Von dort werden die Gleise der aktuellen Linie 1 genutzt und die neue Linie führt durch Brackwerde nach Senne und bis Sennestadt (der letzte Abschnitt ist damit eine Verlängerung der aktuellen Linie 1). Die neue Linie 5 wird als erste Stadtbahn Bielefelds mit der sogenannten Niederflurtechnik betrieben. Diese ermöglicht ein barrierefreies einsteigen ohne einen Hochbahnsteig. Vor allem im Bereich der Brackweder Hauptstraße als auch auf den Neubaustrecken ist dies ein erheblicher Vorteil, da die Niederflurtechnik besser in die aktuelle Straßensituation integrierbar ist.

 

Die Streckenführung der neuen Stadtbahnlinie über den Jahnplatz ist in sofern nötig, da der Stadtbahntunnel unter dem Jahnplatz bereits ausgelastet ist. Greenpeace Bielefeld sieht die oberirdisch geplante Trasse jedoch nicht als Nachteil sondern als eine große Chance für Bielefeld. Der Jahnplatz zerteilt bisher die Fußgängerzone der Innenstadt durch eine vierspurige, viel befahrene Straße. Auch ist der Radweg über den Jahnplatz sehr ungünstig, da er über den Fußgängerbereich an den Bushaltestellen führt. Hier ist zügiges fahren nicht möglich und es kommt oft zu Konflikten zwischen FahrradfahrerInnen und FußgängerInnen. Daher fordert Greenpeace im Zuge der Stadtbahnerweiterung auch einen Umbau des Jahnplatzes. Das ein autofreier Jahnplatz realisierbar ist (auch ohne ein Verkehrschaos in den umliegenden Gebieten auszulösen) hat ein Gutachten von Mobiel zeigen können.

 

Der Ausbau der Stadtbahn hat das Potenzial die Fahrgastzahlen auf den neu erschlossenen Strecken erheblich zu erhöhen (16-20% wird von Mobiel prognostiziert). Auf bisherigen Neubaustrecken in Bielefeld wurde der prognostizierte Ausbau stehst signifikant übertroffen. Man spricht hier vom Schienenbonus, da viele Menschen bevorzugt einen schienengebundenen Nahverkehr nutzen. Erhöhte Fahrgastzahlen bedeuten, dass mehr Menschen die Stadtbahn nutzen und dafür ihr Auto stehen lassen. Dies sorgt für einen Rückgang des Ausstoßes von CO2 sowie eine Reduzierung von Feinstaub im Innenstadtbereich. Dadurch das die Stadtbahn in Bielefeld seit Anfang des Jahres (2014) mit Ökostrom betrieben wird, ist die Umweltbilanz im direkten Vergleich zu einer Busverbindung ebenfalls positiv. Alternativmodelle [z.B. von ProBus Heepen vorgebracht] wie Elektrobusse halten wir für wenig realistisch. Diese würden zwar die Umweltbilanz einer Busverbindung verbessern, sind jedoch mit hohen Anschaffungskosten verbunden. Leider ist nicht zu erwarten, dass ein reiner Wechsel von dem aktuellen Busbetrieb auf einen Elektrobusbetrieb die Fahrgastzahlen erhöhen wird. Dadurch ist eine solche Variante nicht wirtschaftlich realisierbar.

 

Ein oft vorgebrachter Kritikpunkt sind die hohen Kosten des Neubaus. Diese Kritik können wir nicht nachvollziehen. Die Stadt selbst muss etwa 13 Millionen Euro der Kosten übernehmen, die sich insgesamt auf über 200 Millionen belaufen. Ein Großteil dieser Summe wird durch Fördermittel des Landes gestemmt. Hinzu kommen etwa 50 Millionen, die die Bielefelder Stadtwerke übernehmen werden. Diese werden dem Bielefelder Haushalt jedoch nicht fehlen, sondern durch Kredite finanziert die sich durch die erwartenden Mehreinnahmen nach den Ausbau selbst tragen werden. Somit müssen die Bielefelder für nur etwa 6 % der Kosten aufkommen und erhalten dafür eine nachhaltige und langfristige Verbesserung des ÖPNV. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Nichtbau der Linie 5 ebenfalls mit Kosten verbunden wäre. In den nächsten Jahren müssen, aufgrund einer EU Richtlinie, sämtliche Haltestellen barrierefrei gestaltet sein. Dies würde für Bielefeld den Bau vieler neuer Hochbahnsteige (z.B. auf der Brackweder Hauptstraße) bedeuten. Im Gegensatz zu dem Bau der Linie 5 würden diese Maßnahmen jedoch nicht zu signifikant höheren Fahrgastzahlen führen und sind somit wenig wirtschaftlich. Soll heißen die Kosten hierfür würden in diesem Fall vom Bielefeld BürgerInnen getragen werden müssen.

 

Unser Fazit: Der Bau der Linie 5 ist ein Gewinn für die Umwelt, bietet stadtplanerisch interessante neue Möglichkeiten, reduziert den Autoverkehr in der Innenstadt und ist sogar wirtschaftlich. Daher ruft Greenpeace Bielefeld alle stimmberechtigten BürgerInnen auf, für den Bau der Linie 5 zu stimmen.