JAG beim Carnival der Kulturen

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Unter dem Motto "Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet" beteiligte sich am Samstag, dem 6.6., die Bielefelder JAG (JugendAktionsGruppe) an dem farbenfrohen Spektakel. Das übergeordnete Thema des diesjährigen Umzugs, der von der Schlosshofstraße aus durch die Bielefelder Innenstadt verlief und wie jedes Jahr im Ravensberger Park in einem großen Finale mündete, lautete "The Future is Today".

Hierzu stellten ca. 20 "Jaggies", Ortsgruppenmitglieder und Sympathisanten in zum Teil selbst gebastelten Kostümen szenisch einen der größten Fehler der aktuellen Politik dar: Während jeder Cent, der zur Rettung des Klimas ausgegeben werden soll, dreimal umgedreht wird, zögert die Bundesregierung nicht, gigantische Summen in die Rettung von Banken zu stecken. So ist zum Beispiel die Garantie von 102 Mrd. Euro, die der Hypo Real Estate Bank einmalig zur Verfügung gestellt wurde, nur wenig geringer als der von Greenpeace errechnete Betrag, der von allen Industriestaaten zusammen jährlich aufgebracht werden müsste, um den Klimawandel zu stoppen: 110 Mrd. Euro.

Die vereinfachte Darstellung der Problematik durch die JAG sah folgendermaßen aus: Im vorderen Block tummelte sich fröhlich die Natur in Form von Bäumen, Tieren und der Erde. Im hinteren Block folgten ihnen Banker, Manager und Politiker in modischen "Maßanzügen", dicke Geldsäcke geschultert und mit Schwimmflügeln als Symbol des Gerettet-Seins ausgestattet. In regelmäßigen Abständen überrannten sie die Umwelt und brachten Flora und Fauna mit gezielten Schlägen ihrer Geldsäcke zu Fall.

Da es die echte Natur im Gegensatz zu den Greenpeace-Darstellern nicht schafft, sich danach wieder von der Straße zu erheben und den Umzug fortzusetzen, fordert Greenpeace eine Kehrtwende in der Klimapolitik. Nur so kann die globale Klimakrise, welche im Moment in der öffentlichen Aufmerksamkeit hinter die Wirtschaftskrise rückt, aber mindestens ebenso fatale Folgen für die gesamte Menschheit hat, noch so gut wie möglich abgewendet werden.