Mercosur-Abkommen stoppen

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Das Mercosur-Abkommen ist ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Nach 20 Jahren der Verhandlung steht es nun kurz vor dem Abschluss, doch die Öffentlichkeit bekommt hiervon kaum etwas mit. Deshalb haben wir am Samstag den 13.Juni 2020 mit einer Aktion auf dem Jahnplatz in Bielefeld darauf aufmerksam gemacht.

Inhalt des Abkommens ist die Aufhebung von Zöllen im Wert von jährlich vier Milliarden Euro. Europa und insbesondere Deutschland will mehr Autos, Maschinen und Chemikalien nach Südamerika exportieren, die Handelspartner auf der anderen Seite des Atlantiks finden im Gegenzug hier zahlreiche Abnehmer für billiges Rindfleisch und weiteren Agrarprodukten. Eine Ratifizierung des EU-Mercosur-Abkommens wäre ein Desaster für Umwelt, Klimaschutz und Menschenrechte.

Wir haben auf unserer Aktion einen fairen Handel, der Klima, Artenvielfalt und Menschenrechte schützt, gefordert. Mit deiner Unterschrift kannst du dich gegen die Ratifizierung des Abkommens aussprechen. Im Rahmen einer Petition kannst du dich einsetzten für:

  • Kein Handel auf Kosten des Amazonas,
  • den Schutz der verbliebenden Urwälder und
  • eine ökologisch und sozial verträgliche Landwirtschaft, die Lebensmittel umweltschonend und tiergerecht herstellt

Link zur Petition: https://act.greenpeace.de/eumercosur

Das Abkommen ist gerade deshalb ein wichtiger Einflussfaktor auf die Umwelt, da es die ohnehin bereits großflächige Abholzung des Amazonas-Regenwaldes beschleunigt. Denn für die Produktion von Rind- und Geflügelfleisch, Zucker, Bioethanol und Futtermittel, die durch ein Abkommen gesteigert werden würde, würde mehr Fläche gebraucht. Ein wichtiger CO2 Speicher wird zerstört und zusätzliche Treibhausgase für die weiten Transportwege ausgestoßen.

Von dem Abkommen würden zwei Branchen massiv profitieren: zum einen die europäische Autoindustrie, zum anderen die südamerikanische Agrarindustrie. Beide gehören zu den größten Treibern der Klimakrise. Während wir in Europa für eine nachhaltige Landwirtschaft ohne Monokulturen, Gentechnik, Antibiotika und Pestizide kämpfen, sind all diese Mittel in Südamerika erlaubt und gängige Praxis. In der EU verbotene Pestizide werden von Pharmakonzernen wie BASF und Bayer im großen Stil nach Südamerika verkauft. Die so angebauten Lebensmittel gelangen durch das Abkommen in Form von Lebens- und Futtermitteln auch wieder in die EU.

Dazu kommt noch, dass die Verletzung der Menschenrechte Indigener, durch die Zerstörung ihrer Lebensräume bei der Agrarproduktion, von der brasilianischen Regierung unter Bolsonaro hingenommen wird. Im Handelsvertrag gibt es keine bindenden Vereinbarungen für den Schutz von Indigenen.

Umweltschutz bedeutet auch Gesundheitsschutz! Denn das Wohlergehen des Menschen ist mit dem Wohlergehen anderer Lebewesen und ganzer Ökosysteme verbunden.

Wir müssen uns als Teil der Natur begreifen, statt sie immer weiter zu zerstören! Internationaler Handel muss Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellen.

 

Weiterführende Links

Petition
Europa.eu- EU und Mercosur Staaten umfassendes Freihandelsabkommen
Greenpeace- Überholspur der Zerstörung der Wälder
Greenpeace Publikation- Handelsabkommen Mercosur
Greenpeace- Schutzgebiete unter druck
Greenpeace- vergiftete Doppelstandards