„Pause“ für Orang-Utans!

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Am Samstag, 10. April, haben Greenpeace-Aktivisten aus Bielefeld in der Innenstadt gegen die Verwendung von Palmöl aus Urwaldzerstörung demonstriert.

Wie auch in 38 anderen Städten wurden Bürger über die Verstrickung von Nestlé in die Zerstörung des Lebensraums der Orang Utans und illegale Landvertreibungen informiert und zum Versand von Protestpostkarten aufgefordert. In zwei Kundgebungen am Jahnplatz und am alten Markt wurden die wichtigsten Fakten geschildert und führten bei den Zuhörern zu regem Interesse an den Protestpostkarten.

Nestlé verwendet Palmöl der Sinar Mas Gruppe, die die Regenwälder Indonesiens abholzt, um ölpalmplantagen anzulegen. Das Palmöl verwendet Nestlé zum Beispiel für seinen Schokoriegel Kitkat. Mit den Postkarten von Greenpeace können die Verbraucher beim Geschäftsführer von Nestlé Deutschland dagegen protestieren.

Der indonesische Palmölproduzent Sinar Mas rodet wertvolle Regenwälder in Orang-Utan-Gebieten. Er verstößt dabei gegen internationale Standards und indonesisches Recht und hat massive Expansionspläne. Auf den Flächen werden Ölpalmplantagen in Monokulturen angelegt. Allein Nestlé braucht jährlich 320.000 Tonnen Palmöl. Nach Greenpeace-Protesten im März kündigte Nestlé die direkten Lieferverträge mit Sinar Mas, bezieht allerdings den Großteil des verwendeten Palmöls weiterhin über Zwischenhändler, die immer noch von Sinar Mas kaufen.

Indonesien ist das Land, in dem die Urwaldzerstörung wegen des Anbaus von Ölpalmen am schnellsten voranschreitet. Seit 1950 sind in Indonesien 74 Millionen Hektar Wald vernichtet worden, eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland. Besonders dramatisch ist die Rodung und Trockenlegung von Torfwäldern, da diese rund zehn Mal mehr Kohlenstoff speichern als andere Urwälder und viele vom Aussterben bedrohte Arten wie Orang-Utans, Sumatra-Tiger oder Java-Nashörner beheimaten. Aufgrund der Urwaldzerstörung ist Indonesien – nach China und den USA – bereits der drittgrößte Produzent von Treibhausgasen.

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