Straßenfegeraktion zur Wahl

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Gebückte Gestalten mit einem Besen in der Hand huschen am Samstagmorgen (8.05.2010) über den Platz vorm Ratscafé in Bielefeld. Sie fegen kleine gelbe Fässchen zusammen, auf denen Radioaktivitätszeichen abgebildet sind. Eine von ihnen hält einen großen, grauen Teppich hoch, unter dem die kleinen gelben Fässchen alsbald verschwinden. Ein Blick über die Schulter - man fühlt sich beobachtet - unschuldiges Pfeifen. Sobald die Miniatur-Atomfässchen unter dem Teppich verschwunden sind, beglückwünscht man sich ausgiebig.

Spitzenkandidaten der FDP und CDU aus NRW sowie Angela Merkel kehren noch kurz vor der Wahl Atommüll unter den Teppich. Gefahren werden vertuscht - der Teppich dient dabei als Lösung für das noch nicht gefundene Atommüllendlager. Hauptsache dem Wähler wird kurz vor der Wahl völlige Sicherheit und Stabilität vorgegaukelt.

Nun, es sind nicht die echten Spitzenkandidaten die an diesem Samstagmorgen die Bielefelder Straßen fegen. Aktivisten von Greenpeace Bielefeld führen, in Anzug, mit Politikermasken und Namensschildern versehen, dieses satirische Straßentheater auf, um Passanten auf die Gefahren der Atomkraft und die ungelöste Endlagerfrage aufmerksam zu machen.

Atomkraft bei der Landtagswahl am 09. Mai abzuwählen ist das Ziel der aktuellen Greenpeace-Kampagne „Aussteigerland NRW - Anti-Atom-Wahl 2010“. Mit dieser Kampagne möchte Greenpeace die Wähler in NRW dazu auffordern, sich mit ihrem Wahlentscheid gegen Laufzeitverlängerungen und für eine Politik der regenerativen Energien auszusprechen.

Die Passanten reagieren zum größten Teil sehr positiv auf diese Straßenfeger-Aktion der Greenpeace-Aktivisten und nehmen gerne die verteilten Wahlkompasse, in denen Spitzenpolitiker zu energiepolitischen Fragen Stellung bezogen haben.

Auf dem Rathausplatz nebenan hält die echte Frau Merkel weiter ihre Rede über Brückentechnologie und Stabilität, während ihr Double noch fleißig Atomfässchen wegkehrt. Einige Fässchen sind vom vielen Wegkehren schon aufgeplatzt, scheinbar ist nicht nur die „Asse“ bei Wolfenbüttel undicht. Deutlich wird auf jeden Fall: Jeder Versuch veraltete Technologien zu erhalten, hinterlässt doch seine „strahlenden“ Spuren.

 

Letztendlich bleibt so für den Bürger am Sonntag nur noch zu sagen: Atomkraft? Abwählen!