Über 500 Gäste bei 35-Jahrfeier

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Bielefeld, 08.11.2015 – Der Einladung zur Feier des 35-jährigen Bestehens von Greenpeace Bielefeld sind am Freitag über 500 Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft gefolgt. In einem restlos gefüllten Assapheum in Bielefeld-Bethel wurde interessiert zugehört, ausgelassen getanzt und gelacht. „Wir sind froh und stolz, dass so viele Menschen mit uns gefeiert und sich über die Gemeinwohlökonomie informiert haben“, sagt Jan Spatzl, Mitorganisator der Veranstaltung.

„Wir sind die Mehrheit“

Mit viel Power und gesanglichem Talent gab der Jazzchor „Chit Chat Company“ den Start in den Abend. Den vorhandenen Schwung nahm Christian Felber auf, um den Gästen in seinem Vortrag die Gemeinwohlökonomie näher zu bringen. Die Gemeinwohlökonomie möchte die Anreizstruktur für die Wirtschaft verändern. Belohnt werden sollen Kooperation und die Förderung des Gemeinwohls und nicht mehr Konkurrenz, Renditeausschüttung und Gewinnmaximierung. Mit seinen Überlegungen für eine wirtschaftliche Systemalternative spricht Felber vielen Bürgern aus der Seele. In aktuellen Umfragen geben 88% Prozent der Deutschen und 90 % der Österreicher an, dass sie eine neue Wirtschaftsordnung wünschen.

Fokus: Gemeinwohl

Im Assapheum erntet Felber viel Applaus. Und das nicht nur als er den Gästen für die bildliche Darstellung seiner Ausführungen einen kerzengraden Kopfstand präsentiert. Die Kernelemente der Gemeinwohlökonomie wie zum Beispiel das Gemeinwohl als Oberziel des Wirtschaftens in die Wirtschaftsordnung zu integrieren und (wirtschaftlichen) Erfolg nun mehr an der Erfüllung der Lebensqualität und dem Wohl aller zu messen, finden viel Zustimmung bei den Zuhörern. Um die gewünschte Änderung der Anreize zu erreichen hat Christian Felber eine 17 Kriterien umfassende Matrix erstellt, mit deren Hilfe die „Gemeinwohlbilanz“ von Unternehmen ermittelt wird. Kennzahlen wie Eigenkapitalrendite oder Zinsertrag fehlen in dieser Matrix. Die Bilanz wird dagegen aufgewertet, wenn das Unternehmen gemeinwohldienlich handelt, indem Faktoren wie Menschenwürde, demokratische Mitbestimmung und ökologische Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. „Die Gemeinwohlökonomie wird von mehr als 250 lokalen Gruppen und nahezu 2.000 Unternehmen und sozialen Organisationen unterstützt“, so Dr. Oliver Koch von Greenpeace Bielefeld.

Nach dem Vortrag von Christian Felber hat Wilfried Knorr sehr lebendig und begeisternd von seinen Erfahrungen mit der Gemeinwohlökonomie und der Erstellung einer Gemeinwohlbilanz berichtet. Herr Knorr ist Geschäftsführer und Direktor der bayrischen diakonischen Einrichtung Herzogsägmühle mit rund 1000 Mitarbeitern.

Über 70 Gäste vernetzen sich

Im Anschluss an die Vorträge von Christian Felber und Wilfried Knorr haben sich über 70 Personen auf einem ersten Treffen für eine Gemeinwohlökonomiegruppe in Bielefeld getroffen. „Das so viele Einzelpersonen und Unternehmer Interesse an einer Gemeinwohlökonomiegruppe in Bielefeld haben ist fantastisch“, sagt Jan Spatzl. Weitere Treffen sind geplant. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich gerne im Büro von Greenpeace Bielefeld (0521/521 515 0) melden. Zudem ist ein Newsletter eingerichtet, in dem über weitere Aktivitäten und Treffen informiert wird (Anmeldung unter www.greenpeace-bielefeld.de/35jahre).

Eine Aufzeichnung des Vortrags finden Sie hier

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